Baalbek, Parodos des Theaters, unten Ansatz des Zuschauerrunds, oben Ansatz des Bühnengebäudes.
Baalbek, Aufriss des Parodos (beide nach Schulz - Winnefeld).

Quellen

Martyrium des Hl. Gelasinus am 27. Februar 297 als Folge eines Mimus, Malalas XII 50 (Öffnet externen Link in neuem Fenster314-315 Dindorf); Patrologia Graeca 97, 472 f.; vgl. Öffnet externen Link in neuem FensterJohannes Nikiou, Chron. 77, 78-2:
(Text folgt)

Zur Stelle: H. Reich, Der Mimus I 1 (Berlin 1903) 82; W. Weismann, Kirche und Schauspiele, Cassiciacum, 27 (Würzburg 1972) 50; ders., Gelasinos von Heliopolis, ein Schauspieler-Märtyrer, Analecta Bollandiana 93, 1975, 39-66; H. Wiemken, Der Mimus, in: G.A. Seeck (Hrsg.), Das griechische Drama, Grundriss der Literaturgeschichten nach Gattungen (Darmstadt 1979) 427. 430; G. Binder, Pompa diaboli – Das Heidenspektakel und die Christenmoral, in: G. Binder – B. Effe (Hrsg.), Das antike Theater. Aspekte seiner Geschichte, Rezeption und Aktualität, Bochumer altertumswissenschaftliches Colloquium 33 (Trier 1998) 118 f.; C. Panayotakis, Baptism and crucifixion on the mimic stage, Mnemosyne 50, 1997, 309-318.
 
Allg. zu dem Umstand, dass die frühen Christen oftmals Gegenstand des Mimus wurden: Gregor von Nazianz, or. II, LXXXXIV:

„Die Christen dienen als Schauspiel nicht den Engeln und Menschen wie Paulus, der große Streiter des Herrn, sondern allem niederen Volke."

Vgl. die Schauspieler-Martyrien des Genesius (Öffnet externen Link in neuem FensterBautz BBK; Öffnet externen Link in neuem Fensterwikipedia) oder des Porphyrius.

Literatur: H. Reich, Der Mimus I 1 (Berlin 1903) 80 ff; I 2, p. 566; A. Samellas, Death in the Eastern Mediterranean (50-600 A.D.), Studien und Texte zum antiken Christentum 12 (Tübingen 2002) 284.

Beschreibung

Bei einem Hotelbau im 19. Jh. wurde die Anlage zerstört, heute sind nur noch geringfügigste Reste erahnbar. Im Tafelwerk des Expeditionsberichtes bei R. Wood ist hinter dem Steinbruch die Geländesituation scheinbar angedeutet, doch wird sonst nichts vom Theater berichtet. Auch zur damaligen Zeit wird es daher wohl kaum mehr gut erhalten gewesen sein. Das Theater ist an den Hang des Djabal Sheikh Abdallah gebaut worden. Von der Öffnet externen Link in neuem Fensterdeutschen Baalbekexpedition wurde der parodos zur orchestra aufgenommen, neben welcher der Ansatz der Bühne und gegenüber davon der Ansatz des Zuschauerrundes mit 3-4 Stufen erkennbar sind. Über dem gewölbten aditus maximus lag das Tribunal.

Literatur

Öffnet externen Link in neuem FensterR. Wood, The ruins of Baalbec otherwise Heliopolis in Coelesyria (London 1757; ND 1971) 17 f. Öffnet externen Link in neuem FensterTaf. II.
B. Schulz/H. Winnefeld, Baalbek I (Berlin/Leipzig 1921) 42 f. Abb. 20.
Öffnet externen Link in neuem FensterE. Frézouls, Recherches sur les théâtres de l'orient Syrien, Syria 36, 1959, 214. 216.
P. Ciancio Rossetto/G. Pisani Sartorio (Hrsg.), Teatri greci e romani alle origini del linguaggio rappresentato, III (Rom 1994) 121.
F. Sear, Roman Theatres. An Architectural Study. Oxford Monographs in Classical Archaeology (Oxford 2006) 321 Abb. 309.

Veranstaltungen

Heliopolis verfügte mit dem monumentalen Heiligtum des Jupiter Optimus Maximus Heliopolitanus und weiteren des Apollon und des Merkur auf den umliegenden Hügeln über ein imposantes Ensemble an Kultstätten, in denen alljährlich Prozessionen stattfanden. Man wird davon ausgehen dürfen, dass auch das Theater in diese Veranstaltungen einbezogen war, die gewöhnlich aus einem Dreiklang von Opfer, Prozession und Spielen bestanden.

Pentaeterischer Agon:

Den Auftritt der Kitharöden Rufinus und Hipparchion in einem sonst nicht näher bezeichneten Agon ist bezeugt bei : Öffnet externen Link in neuem FensterZenobios, paroemiographus (Öffnet externen Link in neuem Fenstered. E. L. von Leutsch – F. G. Schneidewin) centuria II 35.
Literatur: RE Suppl. 4 (1924) 719 s. v. Heliopolis (E. Honigmann)

Capitolinische Spiele: 

Zahlreiche Münzbilder aus dem mittleren 3. Jh. n. Chr. zeigen Preiskronen und Palmzweige, die als Siegpreise bei den „Heiligen, Ökumenischen, Iselastischen und Capitolinischen Spielen“ zu Ehren des Jupiter Heliopolitanus vergeben wurden. Sie ähneln anderen Beispielen aus dem kleinasiatischen Bereich. Leider geht aus den Zeugnissen nicht unmittelbar hervor, aus welchen Wettbewerben die Spiele bestanden, so dass man nur mit Zuversicht vermuten darf, dass die Preise auch bei Veranstaltungen im Theater verliehen wurden.

Öffnet externen Link in neuem FensterMünze
Heliopolis (Baalbek) 253-268 n. Chr.; Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin;
Vs IMP CAES P LIC GALLIENVS P F AVG. Panzerbüste des Gallienus mit Lorbeerkranz in der Brustansicht nach r.;
Rs COL IVL AVG FEL HEL // CERT SACR / CAP OEC / ISE HEL [CERTAMEN SACRVM CAPETOLINVM OECVMENICVM ISELASTICVM HELIOPOLITANVM = heiliger weltweiter iselastischer Kapitolinischer Wettkampf von Heliopolis]. Drei Preiskronen mit jeweils zwei Palmzweigen.
Bronze; 15,33 g
Münzstätte: Baalbek

Literatur: Sawaya (1999) Nr. 733 (dieses Stück); SNG München Nr. 1045; F. de Saulcy, Numismatique de la Terre Sainte (1874) 18 Nr. 2.

Internet: Weitere Beispiele sind auf der Internetseite des Öffnet externen Link in neuem FensterStaatlichen Münzkabinetts Berlin in vorbildlicher Weise zugänglich gemacht:

Home > Karte > Asien > Libanon > Baalbek > Tablet

 

Gerichtsverhandlung:

Gerichtsverhandlung über einen Priester, der das Kultbild des Sarapis zerstört hatte.

Literatur: Kugener, Or Christ. VII 292-348; Peeters, Analecta Bollandiana 29, 302-322; RE Suppl. 4 (Stuttgart 1924) 719 s. v. Heliopolis (E. Honigmann).