Sparta (Achaia)
Maße
Dm cavea 142 m
Dm orchestra 25 m
Inschriften
IG V 1,691:
[Α]ὐτοκράτωρ Καῖσαρ Οὐεσπασ[ιανὸς Σε]-
[βα]σ̣τός, ἀρχιερεὺς μέγιστος, δη[μαρχικῆς]
[ἐ]ξ̣ουσίας τὸ θ, αὐτοκράτωρ τὸ ιθ̣ʹ,
ὕ̣πατος τὸ η, Λακεδαιμονί<ω>ν τῇ πό̣-
[λει κατεσκεύασεν — — — — — — — — —]
Übersetzung:
„Imperator Cäsar Vespasianus Augustus, Oberpriester, Tribun zum 9. Mal, mit imperatorischer Akklamation zum 19. Mal, Konsul zum 8. Mal, hat der Stadt der Lakedämonier [gebaut].“
Literatur: M. C. Sturgeon, Dedications of Roman Theatres, in: CARIS: Essays in Honor of Sara A. Immerwahr, Hesperia Supplement 33 (Athen 2004) 418 f.
Beschreibung
Das Theater geht auf die hellenistische Zeit zurück und erhielt in augusteischer und vespasianischer Zeit sowie dem 2. Jh. n. Chr. Umbauten. Die halbrunde cavea lehnt an einem Hang und war in 2 maeniana unterteilt, deren unterer aus ca. 30 Sitzreihen in 9 cunei und deren oberer aus einer unbekannten Anzahl Sitzreihen in 16 cunei gegliedert war. Den mittleren Umgang betrat man über Treppen an den analemmata, den seitlichen Stützmauern. Der hellenistische Bau besaß ein Bühnenhaus (Skenothek) aus Holz: Nach der Interpretation von Heinrich Bulle konnte man dieses über Schienen beiseite schieben, wenn man Chortänze und musikalische Aufführungen veranstaltete. Eine Überprüfung der Höhen der sog. Schienenblöcke brachte jedoch so große Niveaudifferenzen zutage, dass diese Interpretation nicht haltbar erscheint. Stattdessen könnten sie zum Halten hölzerner Pinakes gedient haben. Ähnliche Blöcke mit einer runden Aushöhlung wurden in den Theatern von
Gythion,
Isthmia,
Orchomenos in Böotien und schließlich in
Tyndaris beobachtet. Das römische Bühnengebäude erhielt eine scaenae frons mit 11 Öffnungen und 3 Türen, die in einer weiteren Bauphase erhöht wurde. Zur figürlichen Ausstattung des Theaters gehörte wahrscheinlich eine schiffsförmige Basis, die analog der Nike von Samothrake das Bild einer Siegesgöttin getragen haben kann.
Literatur
H. Bulle, Untersuchungen an griechischen Theatern, Abhandlungen der bayerischen Akademie der Wissenschaften, philosoph.-philolog. und hist. Klasse 33 (München 1928) 108-110.
P. E. Arias, Il teatro greco fuori di Atene (Florenz 1934) 99 f.
H. Bulle, Das Theater zu Sparta, Sitzungsberichte der bayerischen Akademie der Wissenschaften (München 1937) 5-114.
H. Schwingenstein, Die Skulpturenausstattung des griechischen Theatergebäudes. Münchener archäologische Studien 8 (München 1977) 58.
E. Billig, Die Bühne mit austauschbaren Kulissen. Eine verkannte Bühne des Frühhellenismus? Opuscula Atheniensia 13, 1980, 35-80, bes. 52 f.
C. Buckler, The Myth of the Movable Skenai, American Journal of Archaeology 90, 1986, 431-436.
H. von Hesberg, Publica Magnificentia, JdI 107, 1992, 136.
Bulletin de la correspondence hellénique 117, 1993, 792.
P. Ciancio Rossetto – G. Pisani Sartorio (Hrsg.), Teatri greci e romani alle origini del linguaggio rappresentato, II (Rom 1994) 298-300 Abb.
R. G. Chase, Ancient Hellenistic and Roman Amphitheatres, Stadiums, and Theatres – the way they look now (Portsmouth, New Hamphshire 2002) 573 Abb.
E. Burmeister, Antike griechische und römische Theater (Darmstadt 2006) 121.
F. Sear, Roman Theatres. An Architectural Study. Oxford Monographs in Classical Archaeology (Oxford 2006) 405-407 Abb. 428.



